Dies ist die traurige Geschichte eines kleinen Trabis.
Hergestellt wurde er 1986 in der Trostlosen Industriestadt Zwickau.
Seine Erbauer gaben sich, trotz schlimmster Sozialistischer Mangelwirtschaft, die größte Mühe, so das aus ihm ein tolles Auto wurde.
Die stolzen Erstbesitzer gaben ihm, nachdem sie zwölf Jahre auf ihn gewartet hatten, den Namen "klein Erich".
Doch bald kam die Wende und "klein Erich" wurde durch eine üble Rostlaube aus Italien ersetzt.
So stand er nun lange mutterseelenallein in einem Hinterhof herum und wurde von frechen Kindern als Turngerät missbraucht, wodurch er auch nicht gerade schöner wurde.
Weit unter Wert wurde er dann an eine junge Frau aus Magdeburg verkauft, die mit ihm nach Westfalen fuhr, um dort zu Arbeiten.
Das war zu viel für "klein Erich" und er fing leicht an zu schwächeln.
Gott sei dank gab es aber den "Kummer gewohnten" Schrauber Werner von der "IG Trabigeil".
Er hatte sich nach einer extrem harten Lernphase mit vielen Rückschlägen als "Trabantschrauber" extra die Nerven operativ entfernen lassen.
Die bange Frage der jungen Dame: Können sie das Schaffen???
Jo "Kein Problem" das schaffen wir locker und "Klein Erich" wurde erfolgreich repariert.
Monate später der nächste Schock, Motorschaden.
Die junge Frau mochte Ihn jetzt nicht mehr leiden und er wurde für n "Appel und n Ei" verkauft.
Natürlich an den Mann mit den "heilenden Händen". An Werner.
Ein guter gebrauchter Motor wurde eingebaut und "Klein Erich" musste jetzt drei lange Jahre für Werners Kumpel, den Bauer Taco, als Transporter, Offroader, Lastesel und Betriebsfahrzeug herhalten.
Ein brutaler Härtetest, der weltweit seines gleichen sucht.
Die Rally Paris Dakar war im Vergleich eine Spazierfahrt.
Die bösen Folgen:
Alle Radlager hinten, die Komplette Bremsanlage und beide Stoßstangen völlig hinüber und nicht mehr zu retten.
Aber Merke: Aufgeben, nie und nimmer.
Erneute Reparatur und 2 Jahre Tüv.
Doch das aller, aller, aller schlimmste stand "klein Erich" noch bevor.
Werners Neffe wurde 18 Jahre alt, und er bekam Klein Erich als Geburtstagsgeschenk.
Mit fatalen Folgen!
Der Fahrzeugschlüssel ging verloren.
Die linke Seitenscheibe wurde daraufhin eingeschlagen und das Zündschloss geknackt.
Geht doch, oder?
Durch harten Kontakt mit einer Mauer musste der rechte vordere Kotflügel und die Tür dran glauben und hatte mehr Löcher als ein Schweizer Käse.
Die Inneneinrichtung musste großen Lautsprecherboxen weichen.
Nach einem hartem Jahr Vollgas und durch Jugendlichen Leichtsinn verstümmelt bekam ihn Werner zurück.
Zwei Tage Reparatur und "Klein Erich" wurde erneut vermietet an einen Arbeitskollegen.
Ein halbes Jahr später:
Zündung, Auspuffanlage, Motor und diverse Kleinteile defekt.
Nach erfolgreicher Reparatur und TÜV Abnahme bekam "klein Erich" einen neuen Lack spendiert.
Leuchtend Orange.
Als der Winter kam und er frierend auf einem Parkstreifen stand, kam ein Ford Escort auf schneebedeckter Straße ins schleudern und rammte "klein Erich".
Kotflügel, Tür und Achsausleger Schrott.
Der Verursacher hatte ein Herz für Trabis und zahlte gut.
Das Auto wurde repariert.
Mehr als ein Jahr lang lief alles super.
Dann wurde der Trabi erneut vermietet.
Wochen später versuchten dreiste Diebe, das Türschloss zu knacken.
Schloss defekt, Einbruch misslungen.
Drei Monate später bekam ihn Werner wieder zurück.
Doch dann kam diese Kreuzung.
Rechts vor Links, Vorfahrt und "Bumms".
Das Böse Märchen:
"Rettet Radkäppchen vor dem bösen Golf" wurde traurige Wirklichkeit.
Der Unfallgegner, im "bösen" Golf, hatte "klein Erich", trotz "Signal Orange" einfach ..nicht .. gesehen………….
Doch auch die traurige Geschichte von "klein Erich" wird hoffentlich einmal mit einem Happy End zu Ende gehen…..denn "nur die Härtesten werden Steine" und deshalb gibt ein richtiger Trabifan "niemals" auf und repariert und repariert und repariert mit einem Lied auf den Lippen.
Läuft denn der alte Trabi noch, Trabi noch, Trabi noch……
Jaaaa er läuft noch, er läuft noch, er läuft noch .. stirbt nicht.
Mitleidsbekundungen und tröstende Worte unter eMail: werner@trabigeil.de
Mit Trabigeilem Gruß
Werner