1994 stand bei Elektroarbeiten in der Werkstadt einer Beschriftungstechnik Firma, ein mit Schleifstaub zugesautes, als Auto kaum noch erkennbares Wrack im Weg.
Alle Reifen platt, das Verdeck zerrissen und die Sitze zerfleddert.
Sieht irgendwie komisch aus!!
Was soll das sein??
Ach du Sch......... Du Lieber Himmel, das ist ja ein Trabant.
Aber wieso offen???
Das war das erstemal in meinem Leben, das ich einen Trabi Kübelwagen gesehen habe.
Einer sagte dann, der Besitzer will das Auto für 500 DM verkaufen.
Schallendes Gelächter
500 DM?? Hau kaputt und steck es in den gelben Sack!
Der Besitzer blieb hart, diese Autos sind selten, 500 DM.
Drei Tage habe ich hin und her überlegt, Leute gefragt, ob man so ein Auto zugelassen bekommt?
Tüv, Ersatzteile, Reparaturmöglichkeiten usw...
Häufigster Kommentar:
Hast du zuviel getrunken??
Oder warst du lange in der Sonne??
Aber ein offenes Auto hat seine Reize.
Egal: Portokasse auf und das Auto gekauft.
Das war der Anfang einer langen, dreckigen, hindernisreichen und beschwerlichen Komplettrestauration ohne Trabant Vorkenntnisse.
Es waren lehrreiche Stunden und gelegentlich Rückschläge dabei.
Als der Trabi lackiert und zusammengebaut war, folgte eine zweimonatige schöne, trabigeile Zeit.
Viele erstaunte Menschen an den Straßen, manche winkten mir zu.
Der Trabi lief prima, bis dieses ekelig fiese Geräusch auftrat.
Die Kurbelwelle blockierte!
Aus der Spaß!
Der erste Schock, keine Ersatzteile!!!!!! Das musste sich ändern.
Zuerst wurde ein Austauschmotor gekauft und eingebaut.
Die trabigeile Zeit ging etwas ruhiger weiter.
Von einem befreundeten Autoverwerter konnte ich Wochen später einen Motor und ein Komplettfahrzeug günstig erwerben.
Das Ersatzfahrzeug wurde erst einmal bei Hubert Schulze Tergeist untergestellt.
Es folgte noch ein fahrbereiter Trabi, der dann das Interesse von Schulze Tergeist weckte.
Ich sagte zu ihm, melde das Auto einfach auf deinen Namen an und fahr damit.
Trabis müssen laufen!
So wurde auch Hubert Schulze Tergeist vom Trabi Virus befallen.
Gott sei dank!!
Es kamen noch ein paar Fahrzeuge dazu und der Platz wurde knapp.
Auf der verzweifelten Suche nach noch mehr Abstellplatz schickte Schulze Tergeist ein Stoßgebet Richtung Himmel.
Sein Blick streifte dabei das viel zu kleine Tor zum ehemaligen Strohlager des Bauerhofes.
Jetzt wurde gemessen und gemessen, den Trecker ran, Palettengabel usw...
Das Tor wurde vergrößert und die Palettengabel auf 3 Meter verlängert.
Die drei Reserve Trabis wurde hoch geschafft und eingelagert.
Von diesem Unterfangen hörte auch unser Lokalreporter und stopfte das Sommerloch mit einem Bericht über unser Trabant Hochlager.
Erst regional, zwei Wochen später überregional stand der Bericht mit unseren Telefonnummern in der Zeitung.
Ab dem Tag riefen immer mal wieder Leute an, die ihren Trabi verkaufen oder verschenken wollten oder mussten.
Einige haben wir abgeholt, andere wurden gebracht, so das sich unser Lager rapide füllte.
Die Karosserie- mäßig schlechten Trabis wurden aus Platzgründen sofort geschlachtet und die Ersatzteile in Regale eingelagert.
Zwei Trabis sind auch wieder Verkauft worden.
Gelegentlich helfen wir auch schon mal mit Ersatzteilen anderen Trabi Fahrern aus.
Zwischen durch wurde auch ein Cabrio, Bj. 90 in Topzustand, erworben.
Danach noch ein günstiger Kübel.
Im letzten Jahr packte das Trabi Fieber auch meinen Arbeitskollegen, Josef Schmidt (gelernter Schweißer).
Seitdem sind ein Cabrio und ein Jeep in Arbeit.
Man sollte beim Basteln immer daran denken, entweder vernünftig oder gar nicht.
Dann macht auch der Tüv keine Probleme.
Oberingenieur Schmidt vom Tüv war bisher bei den Sonderabnahmen immer angenehm überrascht.
Ersatzteile und Tips vom Fachmann erhalten wir von der Firma: S. Baller in Hamburg immer schnell und zuverlässich.